Jolanda Offenbeck

SPÖ-Frauenvorsitzende von  1981-1987

Jolanda Offenbeck

Jolanda Offenbeck wurde am 1. September 1930 in Graz geboren. Die promovierte Juristin Offenbeck wurde 1966 zur Grazer Frauenvorsitzenden gewählt, im Jahr 1975 folgte sie Herta Winkler als steirische Landesfrauenvorsitzende nach, und 1981 wurde sie Nachfolgerin von Hertha Firnberg als SPÖ Bundesfrauenvorsitzende. In dieser Funktion konnte sie am Bundesparteitag 1985 - eine Premiere für eine österreichische Partei - den Beschluss einer Frauenquotierung (25%) verbuchen.


Sie war stellvertretende steirische SPÖ-Landesvorsitzende und Stellvertreterin des Bundesparteiobmannes.

Von 1970 bis 1973 war sie als Bundesrätin im Parlament und von 1973 bis 1990 Abgeordnete zum Nationalrat. Auch auf europäischer Ebene war Offenbeck aktiv: als österreichische Vertreterin im Europarat.

Zu Beginn der 70er Jahre hat Jolanda Offenbeck erfolgreich gegen die strafrechtliche Verfolgung des Schwangerschaftsabbruchs gekämpft und erreichte eine Neuregelung in Form der Fristenregelung.

Große Verdienste hat sie sich auch bei der Familienrechtsreform erworben. Im Zuge der Neuregelung des Scheidungsrechtes 1976, insbesondere der Einführung der Zerüttungsscheidung (§ 55 EG), stellte sie sich im Sinne einer existentiellen Absicherung der schuldlos und gegen ihren Willen geschiedenen Frauen gegen den damaligen Justizminister Christian Broda. Bei der Beschlussfassung im Parlament zollte Broda Jolanda Offenbeck Anerkennung für ihr Engagement in diesem Bereich, indem er diese von ihr erkämpften gesetzlichen Bestimmungen als "Lex Offenbeck" bezeichnete.

Jolanda Offenbeck ist am 25. Mai 2000 im Alter von 69 Jahren verstorben.

Jolanda Offenbeck




Aus der gleichen Epoche:

Hainburg, Glykol und Waldheim

Nach den Nationalratswahlen 1983, bei denen die SPÖ zwar die absolute Mehrheit verliert, aber klar Nummer 1 bleibt, übernimmt ...

40-Stunden-Woche

In den ersten Jahrzehnten der Zweiten Republik war die 48-Stunden-Woche, also sechs Arbeitstage zu je acht Stunden, die Regel.

Geschichte der Sozialistischen Jugend (SJÖ)

Vom Verein jugendlicher Arbeiter zur Sozialistischen Jugend Österreich

Foto-Galerien www.rotbewegt.at

In dieser Übersicht finden Sie Sammlungen historischer Plakate der Sozialdemokratie und ihr nahestehender Organisationen. Das ...

AKS - Aktion kritischer Schüler_innen

Die GründungIm Jahr 1976 wurde die Aktion kritischer Schüler_innen Österreich, kurz: AKS, gegründet. Sie ging aus ...

Johanna Dohnal

SPÖ-Frauenvorsitzende 1987 bis 1995 und Frauenministerin von 1990 bis 1995

Fred Sinowatz

Parteivorsitzender (1983 - 1988), Bundesminister für Unterricht und Kunst (1971 - 1983) und Bundeskanzler (1983 - 1985)

Sozialdemokratische Errungenschaften nach 1945

Das Ende des Krieges und der nationalsozialistischen Terrorherrschaft  im Jahr 1945 markierte gleichzeitig den Beginn der Zweiten ...

Die Arbeiter-Zeitung

Die Arbeiter-Zeitung wurde 1889 von Victor Adler als sozialistisches Zentralorgan gegründet, hatte sie Einfluss in ganz Europa und ...