Max Adler

Kurzbiografie: Soziologe und sozialistischer Theoretiker

Max Adler (Foto: VGA)

Max Adler (1873-1937) war als Soziologe und sozialistischer Theoretiker neben Otto Bauer einer der einflussreichsten Vertreter des Austromarxismus. Schon während des Studiums gründete er die „Freie Vereinigung Sozialistischer Studenten“, promovierte 1896 zum Dr. jur. und wurde Rechtsanwalt. Er war zwischen 1919 und 1923 Landtagsabgeordneter von Niederösterreich und Gemeinderat in Wien. Auf mehreren Ebenen war er im Umfeld der Arbeiter/innenbildung aktiv.

So bildete er als Mitglied des sog. „Schönbrunner Kreises“ eine stattliche Zahl von Pädagogen aus. 1920 habilitierte er an der Universität Wien und wurde ebenda a.o. Professor für Soziologie und Sozialphilosophie. Dabei entwarf er eine Lebens- und Kulturlehre innerhalb derer er den Begriff des „neuen Menschen“ prägte. Von 1904 bis 1925 war er neben Rudolf Hilferding Mitherausgeber der „Marx-Studien“. Mit allem Nachdruck versuchte er wissenschaftlich dem „Rätsel der Gesellschaft“ durch eine Verbindung von Kantianismus und Marxismus, von Erkenntniskritik und Sozialempirie rund um die Annahme eines „Sozialaprioris“ nachzugehen.

Dabei interessierte er sich vor allem für das Verhältnis von Sozialismus und Individualismus, das er durch intensive Studien zu Max Stirner auslotete. Adler unterschied dabei begrifflich zwischen einer „politischen Demokratie“ als Instrument der Bourgeoisie und einer „sozialen Demokratie“, in der die Unterschiede zwischen den Klassen mit einer solidarischen Verwaltungsreform der Gesellschaft aufgehoben wären. (Von Alessandro Barberi)




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